30 Jahre stagement – Rhetorik im Wandel der Zeit
„Menschen überzeugen nicht durch Perfektion. Sie überzeugen durch Glaubwürdigkeit.“
Genau das ist unsere Philosophie. Mitreißende Rhetorik, souveräne Kommunikation oder exzellente Führung entstehen nicht im Labor. Sie entstehen durch Nahbarkeit und echtes Format. In unseren Trainings schaffen wir einen geschützten Raum, in dem Sie sich ausprobieren, Fehler machen und Ihren ganz eigenen, authentischen Stil entwickeln dürfen. Denn nur wer echt bleibt, hinterlässt Eindruck.
Christian Rangenau
Gründer & Geschäftsführer - stagement
Herzlich willkommen bei stagement!
Schön, dass Sie den Weg auf unsere Homepage gefunden haben.
Auf dieser Seite möchte ich Sie auf eine persönliche Reise durch 30 Jahre Unternehmensgeschichte mitnehmen. Ich möchte Ihnen zeigen, wie sich die Rhetorik seit der Gründung von stagement im Jahr 1995 verändert hat, welche Entwicklungen ich in meiner täglichen Arbeit beobachten konnte und welche Erkenntnisse ich aus drei Jahrzehnten Seminar- und Coachingpraxis gewonnen habe.
In den vergangenen 30 Jahren durfte ich tausende Menschen in Seminaren, Coachings und Trainings begleiten – Führungskräfte, Unternehmerinnen und Unternehmer, Juristinnen und Juristen, Politiker, Vertriebsteams und Fachkräfte unterschiedlichster Branchen. Dabei habe ich nicht nur die Entwicklung unseres Unternehmens erlebt, sondern auch den tiefgreifenden Wandel der Kommunikation und der rhetorischen Anforderungen in Beruf und Gesellschaft.
Im stagement – Gründungsjahr 1995, war die Welt der Kommunikation eine völlig andere als heute. Es gab keine sozialen Medien, keine Videokonferenzen, keine Podcasts und keine künstliche Intelligenz, die innerhalb weniger Sekunden Reden, Präsentationen oder Texte erstellen konnte.
Wer damals ein Rhetorikseminar besuchte, wollte vor allem lernen, sicher vor Menschen zu sprechen. Heute kommen Führungskräfte, Unternehmerinnen, Politiker*innen, Jurist*innen oder Fachkräfte zu uns und möchten lernen, gleichzeitig auf einer Bühne, vor einer Kamera, in einem hybriden Meeting und auf digitalen Plattformen überzeugend zu kommunizieren.
Die 1990er Jahre – Die Zeit der klassischen Rhetorik
Als ich Mitte der 1990er Jahre begann, Rhetorikseminare für Unternehmen und Führungskräfte anzubieten, stand die klassische Redekunst im Mittelpunkt. Viele Teilnehmer*innen kamen mit sehr ähnlichen Fragen:
- Wie überwinde ich Lampenfieber?
- Wie wirke ich souverän?
- Wie halte ich einen Vortrag?
- Wie setze ich meine Stimme richtig ein?
- Was mache ich mit meinen Händen?
Damals war die berufliche Kommunikation stark hierarchisch geprägt. Führungskräfte sprachen häufig „von oben nach unten“. Autorität entstand oft durch Position und Status. In unseren Seminaren arbeiteten wir intensiv an Körpersprache, Stimme, Präsenz und Redeaufbau. Mein Hintergrund als Schauspieler, Regisseur und Schauspiellehrer floss dabei von Anfang an in die Trainings ein. Die Bühne war für mich nie nur ein Ort der Darstellung, sondern ein Ort der Wahrhaftigkeit. Genau das versuchte ich auch in die Rhetorikarbeit zu übertragen.
Die 2000er Jahre – Die Präsentationsgesellschaft entsteht
Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends veränderte sich die Arbeitswelt rasant. PowerPoint hielt Einzug in nahezu jedes Unternehmen. Meetings wurden internationaler. Projekte wurden komplexer. Informationen mussten schneller vermittelt werden. Plötzlich reichte es nicht mehr, nur frei sprechen zu können. Die neue Frage lautete:
„Wie präsentiere ich komplexe Inhalte verständlich?“
In unseren Seminaren verschob sich der Schwerpunkt zunehmend auf:
Präsentationstechniken / Moderation / Visualisierung / Argumentation / Gesprächsführung.
Gleichzeitig bemerkte ich einen interessanten Wandel: Viele Menschen wurden fachlich immer kompetenter, hatten aber zunehmend Schwierigkeiten, ihre Kompetenz überzeugend zu vermitteln. Die Informationsgesellschaft produzierte Experten. Die Rhetorik musste daraus Kommunikatoren machen.
Die 2010er Jahre – Authentizität schlägt Autorität
Mit Facebook, LinkedIn, YouTube und später Instagram veränderte sich die Kommunikation grundlegend. Plötzlich konnte jeder senden. Jeder wurde zum Sender seiner eigenen Botschaften. Damit verlor die klassische Autoritätsrhetorik an Bedeutung.
In meinen Coachings stellte ich fest, dass die Zuhörer*innen immer sensibler auf künstliches Verhalten reagierten. Einstudierte Floskeln, aufgesetzte Gestik oder übertriebene Selbstdarstellung wurden zunehmend abgelehnt. Stattdessen gewann etwas anderes an Bedeutung: „Authentizität“. Menschen wollten keine perfekten Redner*innen mehr erleben. Sie wollten echte Menschen erleben. Deshalb begannen wir bei stagement, stärker mit Methoden aus Schauspiel, Persönlichkeitsentwicklung und Coaching zu arbeiten.
Die Frage war nun nicht mehr:
„Wie wirke ich erfolgreich?“ Sondern: „Wie wirke ich glaubwürdig?“
Storytelling wurde zu einem zentralen Bestandteil moderner Rhetorik. Menschen erinnern keine Fakten. Sie erinnern Geschichten. Diese Erkenntnis begegnete mir in nahezu allen Bereichen – von Führungskräften über Vertriebsteams bis hin zu Politiker*innen und Selbstständigen.
Die 2020er Jahre – Die Kamera wird zur neuen Bühne
Dann kam die Pandemie. Innerhalb weniger Wochen wurde die Kommunikationswelt auf den Kopf gestellt. Plötzlich fanden Seminare, Meetings, Vorträge und Coachings online statt. Viele erfahrene Führungskräfte erlebten etwas Überraschendes:
Ihre bisherige rhetorische Sicherheit funktionierte vor der Kamera nicht mehr. Der Bildschirm veränderte alles. Blickkontakt bedeutete nun Kamerakontakt. Raumwirkung wurde zu Bildwirkung. Präsenz musste durch eine Linse vermittelt werden.
Auch wir bei stagement entwickelten neue Trainingsformate. Online-Rhetorik, virtuelle Präsentationen und digitale Moderation wurden feste Bestandteile unserer Arbeit. Gleichzeitig wurde deutlich: Digitale Kommunikation verlangt mehr Bewusstheit als persönliche Kommunikation. Denn viele Signale, die im direkten Kontakt selbstverständlich funktionieren, verschwinden im digitalen Raum.
Was sich in Rhetorikseminaren verändert hat
Wenn ich die Seminare von 1995 mit heutigen Trainings vergleiche, erkenne ich einen enormen Wandel. Früher bestand der klassische Ablauf häufig aus: Theorieeinheiten / Redeübungen / Videoanalyse / Feedbackrunde. Dabei stand der Trainer im Mittelpunkt. Heute sind moderne Trainings deutlich individueller. Der Coach begleitet Entwicklungsprozesse in denen Persönlichkeit / Wirkung / Selbstbild und Fremdbild / Storytelling / Online-Präsenz / Konfliktkommunikation / Führungskommunikation im Mittelpunkt stehen.
Während früher häufig Standardtechniken vermittelt wurden, arbeiten wir heute wesentlich stärker an individuellen Kommunikationsmustern. Jeder Mensch kommuniziert anders. Deshalb kann erfolgreiche Rhetorik nicht aus fertigen Rezepten bestehen.
Die größte Veränderung: Kommunikation ist emotionaler geworden
Eine meiner wichtigsten Beobachtungen aus 30 Jahren Seminararbeit ist, dass die Bedeutung von Emotionen enorm gestiegen ist. In den 1990er Jahren dominierten Fakten. Heute entscheiden Vertrauen, Beziehung und Glaubwürdigkeit häufig stärker als reine Information. Das bedeutet nicht, dass Fakten unwichtig geworden sind. Aber Menschen folgen heute weniger Argumenten als früher.
Sie folgen Persönlichkeiten. Deshalb beschäftigen wir uns in modernen Rhetorikseminaren intensiv mit: Wirkung / Emotion / Haltung / Präsenz und Empathie. Kommunikation ist längst nicht mehr nur Informationsübertragung. Sie ist Beziehungsarbeit.
Die Zukunft der Rhetorik im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz
Seit einigen Jahren erleben wir die nächste große Veränderung. Künstliche Intelligenz kann heute Texte schreiben, Reden vorbereiten und Präsentationen entwickeln. Manche fragen sich deshalb: Braucht man überhaupt noch Rhetorik? Meine Antwort lautet: Mehr denn je. Denn je einfacher Inhalte produziert werden können, desto wichtiger wird die Fähigkeit, ihnen Persönlichkeit, Glaubwürdigkeit und Menschlichkeit zu verleihen.
KI kann Informationen erzeugen. Aber sie kann keine echte Präsenz erzeugen, keine Beziehung aufbauen und keine menschliche Ausstrahlung ersetzen. Genau deshalb werden die klassischen Grundlagen der Rhetorik auch in Zukunft bestehen bleiben:
Die Werkzeuge verändern sich.
Doch trotz aller technologischen Veränderungen bleibt eine Erkenntnis bestehen:
Der Mensch bleibt!
Und das mit seiner Persönlichkeit, Haltung und die Fähigkeit, andere durch Sprache zu berühren und zu überzeugen.
Bleiben Sie inspiriert!
Ihr
Christian Rangenau