Kommunikationsmodell

von Andrej Rangenau

Kommunikation Körpersprache Persönlichkeitstraining Tipps für Führungskräfte

Das Vier-Ohren-Modell der Kommunikation

Die 4 Seiten der Kommunikation • Ein Erklärungsmodell für den Arbeitsalltag

Mit dem Kommunikationsmodell "Die 4 Seiten der Kommunikation" von Friedemann Schulz von Thun - auch als 4 Ohrenmodell bekannt - haben Sie ein Erklärungsmodell, um die unterschiedlichen zwischenmenschlichen Begegnungen im Berufsleben mit Mitarbeitenden, Kolleg*innen, Kund*innen und Vorgesetzten zu analysieren. Als Führungskraft stehen Sie täglich im Austausch mit Ihren Mitarbeitenden, Vorgesetzten und Kunden. Sie planen gemeinsam Projekte, diskutieren über geplante Maßnahmen, müssen Konflikte schlichten oder amüsieren sich mit Ihren Kollegen über die Geschehnisse des Arbeitsalltags. Egal in welcher Situation Sie sich befinden, Kommunikation scheint der Schlüssel zu sein, der Ihnen oft private wie berufliche Türen öffnet oder verschließt.

Kommunikationsmodell:
KOMMUNIKATIONSQUADRAT

Wie notwendig und hilfreich ein Erklärungsmodell für die Kommunikation sein kann, das wird vielen Menschen spätestens in schwierigen und emotional aufgeladenen Kommunikationssituationen klar. Warum reagiert der andere so wie er reagiert, warum reagiere und kommuniziere ich so, wie ich gar nicht kommunizieren will? Warum habe ich mich und warum hat sich mein Gegenüber nicht unter Kontrolle? Und weshalb scheinen wir mit manchen Menschen kommunikativ „auf einer Wellenlänge“ zu liegen und mit anderen nicht, egal wie wir uns bemühen? Das 4 Ohren Modell der Kommunikation gibt uns dafür eine gute Erklärungshilfe.

Das Spiel des Sendens und Empfangens

Missverständnisse und Dissonanzen in der Kommunikation können anhand des „Vier-Ohren-Modells“ von Friedemann Schulz von Thun aufgedeckt und analysiert werden. Dieses Kommunikationsmodell – auch Kommunikationsquadrat genannt – verschafft einen guten Überblick über die eigenen Kommunikationsmuster und die des Gesprächspartners und deckt dabei persönliche Lebenseinstellungen, Erfahrungen, Gefühle, Werte und Normen auf.

Ein Kommunikationsmodell mit 4 Ohren

Eine Nachricht, bzw. etwas Kommuniziertes (verbal oder nonverbal) kann dabei sowohl vom Sender als auch vom Empfänger auf vier Ebenen verschickt bzw. verstanden werden. Sender und Empfänger sind beide Gesprächspartner im Wechsel, je nachdem wer gerade kommuniziert/sendet oder wer empfängt. Die Ebenen bestehen aus der:

  • InhaltsebeneInhaltsohr
  • SelbstoffenbarungsebeneSelbstoffenbarungsohr
  • BeziehungsebeneBeziehungsohr
  • AppellebeneAppellohr

Beim Empfänger spricht man auch vom „Inhalts-, Selbstoffenbarungs-, Beziehungs- oder Appellohr“. Schulz von Thun geht in seinem Modell davon aus, dass eine Nachricht, je nachdem auf welcher Ebene sie vorwiegend versendet wurde und/oder auf welchem Ohr sie vorwiegend empfangen wurde, zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen in der Kommunikation führen kann.

Das Inhalts-Ohr Inhaltsohr

Auf der Sachinhaltsebene vermittelt der Sender Zahlen, Daten, Fakten und Sachverhalte. Aufgaben des Senders sind Klarheit und Verständlichkeit des Ausdrucks. Mit dem „Inhaltsohr“ prüft der Hörer die Nachricht mit den Kriterien der Wahrheit (wahr/unwahr), der Relevanz (von Belang/belanglos) und der Suffizienz (ausreichend/ergänzungsbedürftig).

Das Selbstoffenbarungs-Ohr Selbstoffenbarungsohr

Jede Äußerung bewirkt eine nur teilweise bewusste und beabsichtigte Selbstdarstellung und zugleich eine unbewusste, unfreiwillige Selbstenthüllung. Jede Nachricht kann somit zu Deutungen über die Persönlichkeit des Senders verwendet werden. Das „Selbstoffenbarungsohr“ des Empfängers hört darauf, was in der Nachricht über die Persönlichkeit des Senders enthalten ist.

Das Beziehungs-Ohr Beziehungsohr

Auf der Beziehungsebene erleben Sender und Empfänger, wie sie sich zueinander verhalten, und wie sie sich einschätzen. Der Sender kann – durch die Art der Formulierung, seine Körpersprache, Tonfall etc. – Wertschätzung, Respekt, Wohlwollen, Gleichgültigkeit oder Verachtung für den Empfänger zeigen. Abhängig davon was der Empfänger im „Beziehungsohr“ wahrnimmt, fühlt er sich entweder akzeptiert oder herabgesetzt, respektiert oder bevormundet.

Das Appell-Ohr Appellohr

Wer sich äußert, will in der Regel auch etwas bewirken. Mit dem Appell will der Sender den Empfänger veranlassen etwas zu tun oder zu unterlassen. Der Versuch, Einfluss zu nehmen, kann offen oder verdeckt sein. Offen sind Bitten und Aufforderungen. Verdeckte Veranlassungen werden als Manipulation bezeichnet. Auf dem „Appellohr“ fragt sich deswegen der Empfänger: „Was soll ich jetzt denken, machen oder fühlen?“.

Das Vier-Ohren-Modell: Ein hilfreicher Alltagsbegleiter

Falls Sie die Erkenntnisse aus dem Vier-Ohren-Modell nicht sofort oder nur schwierig in den Alltag integrieren können, ist das normal. Dieses Kommunikationsmodell dient der Kenntlichmachung und Erklärung von Kommunikationsschwierigkeiten und Missverständnissen zwischen Gesprächspartnern. Es ist gar nicht dafür ausgelegt, die individuelle Kommunikation durch Kommunikationstechniken systematisch zu „verbessern“. Es kann allerdings in Konfliktsituationen, unangenehmen Gesprächen oder bei Unklarheiten sehr hilfreich sein, sich die vier Ebenen des Vier-Ohren-Modells zu vergegenwärtigen. Sie lernen dadurch Ihre Privat- und Arbeitsgespräche konfliktfreier und ergebnisorientierter zu führen.

Ein anderes Kommunikationsmodell von Friedemann Schulz von Thun stellen wir in unserem Blogartikel Das innere TEAM vor.

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